Boldixumer Vogelkoje von 1879
Von den fünf noch vorhandenen Föhrer Vogelkojen ist nur die Boldixumer Vogelkoje zu besichtigen. Das Statut dieser Vogelkoje stammt aus dem Jahr 1876 und im gleichen Jahr wurde das entsprechende Grundstück erworben. Nach etlichen Querelen mit den Betreibern der Oevenumer Vogelkoje konnte die Boldixumer Vogelkoje 1887 endlich in Betrieb gehen - da aber keine Lockenten vorhanden waren, verzögerte sich der Betriebsbeginn bis in das Jahr 1888. Der erste Kojenwärter war Gustav Kochernowsky und das Fangergebnis im Jahr 1888 betrug ganze zwei Enten. Dies sollte sich aber bis zum Jahr 1891 auf 2559 Enten steigern. Betrieben wurde diese Vogelkoje durchgängig bis 1968. Nur in den Kriegsjahren 1943 -1945 wurde nicht gefangen.
Vogelkojen sind künstlich angelegte Wildentenfanganlagen, die früher auf allen nordfriesischen Inseln betrieben wurden. Das Prinzip ist immer gleich: ca. 2 Hektar großes, weitgehend unbearbeitetes Areal mit einem mehr oder weniger dichten „Urwald“ mit dichtem Unterholz und einer üppigen Vegetation. Inmitten dieses Urwaldes liegt ein vier- bis sechseckiger Süßwasserteich. Die Ecken des Teiches laufen in bogenförmigen, mit Netzen überspannten und sich zum Ende hin verengenden Fangkanälen (so genannten Pfeifen) aus. Durch Lockenten und Körnerfutter wurden die bei steigender Flut neue Rastplätze suchenden Wildenten angelockt und in den Pfeifen gefangen. Auf Föhr war dies so lukrativ, dass es bis weit in das vorige Jahrhundert eine Fabrik gab, die diese Enten in Dosen vermarktete. Allein in der Alt-Oevenumer sollen in einer Saison 65.000 Enten gefangen worden sein.
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